Tag der Lehr 2014 - Mit Otto in die Zukunft

Passend zum Geburtstag von Otto von Guericke am 20. November 2014 fand der diesjährige Tag der Lehre an der OVGU unter dem Motto „Mit Otto in die Zukunft“ statt. Vor dem Hintergrund der Strukturdebatte im Land Sachsen-Anhalt standen dabei vor allem die Hochschulentwicklung und darauf aufbauend die regionale Verankerung der Hochschullehre im Fokus.

Die Teilnehmer/innen wurden im Hörsaal 6 von Prof. Dr. Philipp Pohlenz begrüßt. Er thematisierte insbesondere die Herausforderungen und Aufgaben, denen sich Studium und Lehre im Hinblick auf die demografische Entwicklung in Sachsen-Anhalt (z. B. das Problem der Abwanderung der Bevölkerung in strukturstärkere Regionen) stellen müssen.

Verleihung des Otto-von-Guericke-Lehrpreises

Im Anschluss wurde bereits zum dritten Mal der mit 5.000€ dotierte Otto-von-Guericke-Lehrpreis von der Prorektorin für Studium und Lehre Prof. Dr. Franziska Scheffler verliehen. Mit dem diesjährigen  Schwerpunkt „Interdisziplinarität“ ging der Preis an das innovative Lehrkonzept Summerschool Lehrende Systeme / Biocomputing.

Diese fächerübergreifende Einführungsveranstaltung der Fakultät für Informatik kombiniert verschiedene Disziplinen (Informatik, Neurowissenschaften, Psychologie und Biologie), um den Studierenden bereits zu Beginn ihres Studiums die Interdisziplinarität ihres Profils näher zu bringen. Weitere Informationen zur Vergabe des OVGU-Lehrpreises gibt es hier.

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Prämierung der Call for Concepts Gewinner

Mit der Preisverleihung des Call for Concepts zum Thema „Hochschullehre regional verankert“ wurde anschließend eine weitere Brücke zur Entwicklung der Hochschullehre geschlagen und bereits vorhandene Initiativen an der OVGU sichtbar gemacht. Die Verankerung der Hochschule an ihrem Standort sowie Kooperationen zwischen Universität und regionalen Unternehmen tragen zu einer nachhaltigen Hochschulentwicklung bei und dienen somit der Profilbildung.

Die Ausschreibung richtete sich an Lehrkonzepte an der OVGU, die inhaltlich und auch konzeptionell einen regionalen Bezug aufweisen. Insgesamt wurden 15 Konzepte aus fünf Fakultäten eingereicht (Humanwissenschaft, Maschinenbau, Medizin, Wirtschaftswissenschaften und Informatik).

  1. Preis: Prof. Dr. med. Herrmann & Dr. med. Hänel für das Lehrkonzept „Ländliche Medizin“ (Medizinische Fakultät)
  2. Preis: Prof. Dr.-Ing. Möhring für das Lehrkonzept „Praxisseminar innovative Werkstoff- und Strukturkonzepte für Vorrichtungen und Produktionsmaschinen“ (Fakultät für Maschinenbau)
  3. Preis: Prof. Dr. Raith für das Lehrkonzept „Social Business Development“ (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)

Die zugrunde gelegten Bewertungsmaßstäbe und weitere Informationen zum Call finden Sie hier.

Maria Kondratjuk und Mandy Schulze vom fokus: LEHRE Team organisierten und begleiteten den diesjährigen Call for Concepts.

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Podiumsdiskussion zu OVGU 2020: Entwicklungsperspektiven

Nachfolgend kamen Vertreter unterschiedlicher Hochschulperspektiven in einem Podium zusammen, um über das Thema „OVGU 2020: Entwicklungsperspektiven“ zu diskutieren.

Als Vertreter der Studierenden wurde Fabian Mußel eingeladen. Ihm erscheint es wichtig, die Studierendenschaft stärker in die Entwicklung mit einzubeziehen und ihr Interesse zu wecken. Darüber hinaus sollte der Bildung und ihrer Reflexion insgesamt ein größerer Stellenwert beigemessen werden.

Als Vertreterin der Hochschullehrenden knüpfte Prof. Dr. Anna Geis vom Institut für Politikwissenschaften an dieser Stelle an. In einer technisch geprägten Hochschule sieht sie in den Humanwissenschaften die Basis für eine Reflexion über Bildung bzw. gesamtgesellschaftliche Entwicklungen. Die Humanwissenschaften leisten somit einen wichtigen Beitrag, Magdeburg als attraktiven Studienstandort zu sichern.

Prof. Dr. Gerald Warnecke, der ebenfalls als Vertreter der Lehrenden eingeladen war, erwähnte die zunehmende Heterogenität der Studierenden und betonte, dass nicht bei allen Studierenden von gleichen Eingangsvoraussetzungen ausgegangen werden darf.

Klemens Gutmann, der Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e. V., betonte, dass Wissen und Bildung in der beruflichen Praxis nicht ausreichen, vielmehr seien konkrete Fähigkeiten von Bedeutung, um im Berufsleben zurechtzukommen.

Für einen politischen Input wurde der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt Marco Tullner ins Podium gebeten. Im Kontext des Problems der Abwanderung von Absolvent/innen aus Sachsen-Anhalt stellte er klar, dass jene die bleiben wollen, auch die Chance und gute Voraussetzungen dazu bekommen sollten. Die globalisierte Welt darf dabei nicht in Vergessenheit geraten. Der Erfolg der Politik in Sachsen-Anhalt sollte daher nicht daran gemessen werden, wie viele Absolvent/innen im Land verbleiben.

Der Rektor der OVGU Prof. Dr. Jens Strackeljan problematisierte ebenfalls die Abwanderung von Absolvent/innen der OVGU und fokussierte die nationale Sichtbarkeit bestimmter Bereiche der OVGU. Abschließend betonte er die Relevanz des Austausches von Lehrenden und Studierenden, welcher durch Veranstaltungen wie den Tag der Lehre ermöglicht wird.

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Prof. Dr. Philipp Pohlenz.

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Zum Abschluss der Veranstaltung gab es die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen in kleinen Gruppen auszutauschen. Als Anregung dienten Themeninseln, die die Aufgaben und Herausforderungen der einzelnen Akteure und Vertreter thematisierten (Policy making, Arbeitgeber, Hochschullehre, Studierende, regionaler Arbeitsplatz) und zum Diskutieren über die Perspektiven der OVGU in 2020 einluden.

Das Programm zum Tag der Lehre 2014 können Sie hier herunterladen.

Maria Grabmann & Anke Schwarzer

Letzte Änderung: 13.11.2015 - Ansprechpartner: fokuslehre@ovgu.de